Mühlen in MV

 

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Mühlenkunde

Unter Mühlen versteht man allgemein Maschinen, die durch Naturkräfte wie Wind und Wasser angetrieben, Arbeit verrichten.

Mühlen kennen wir in Mecklenburg- Vorpommern seit der Errichtung der Dörfer und Städte. Sie war eine Voraussetzung, an welcher Stelle eine Ortschaft gegründet werden sollte. Zuerst waren es die Wassermühlen.

Wassermühlen konnten allerlei Arbeiten verrichten, wie Korn mahlen, Balken sägen, Öl pressen, Leder verarbeiten, Steine schneiden. Angetrieben wurden sie durch Wasserräder. Diese werden je nach Aufschlagen des Wassers in oberschlächtige, mittelschlächtige oder unterschlächtige Wasserräder unterschieden. Größere Energieausbeute brachten dann die Turbinen. In der Schweriner Bischofsmühle wurde die erste Turbine in eine Wassermühle in ganz Deutschland eingebaut.

Ab dem 13.Jh. entstanden hier die ersten Windmühlen.

Die windexponierte Lage sowie die nur bescheidene Wasserkraft begünstigten
die Entwicklung.So sind die ersten Windmühlen 1296 in Wismar und 1298 in Plau belegt.

Das waren Bockwindmühlen.

Bei einer Bockmühle dreht sich der Mühlenkasten auf einen Bockgestell.
Diesen Mühlentyp finden wir hierzulande u.a. noch in Pudagla und Klockenhagen.

Die Bockmühle wurde ab dem 18 Jh. aufgrund der größeren Standsicherheit und Leistungsfähigkeit von der Holländermühle verdrängt. Die ersten Exemplare entstanden 1750 in Boeck/Müritz und 1758 in Sülze.

Herausragendes Merkmal einer Holländermühle ist, dass nur die Kappe mit den Flügeln sich in den Wind bewegt. Fast alle der noch erhaltenen Windmühlen im Land gehören zu den Holländermühlen.

Unterscheiden können wir drei Typen.

Erdholländer

Galerieholländer

Turmholländer

Der Erdholländer.
Hier reichen die Flügel bis zum Erdboden.

Der Galerieholländer.
Die Flügel werden von einem Umgang bedient.

Der Turmholländer.
Der Mühlenturm ist komplett gemauert.

 

Paltrockmühle

Als weiteren Mühlentyp gibt es noch die Paltrockmühle

Hier dreht sich wie bei einer Bockmühle der gesamte Mühlenkasten.
Dieser ist auf einem Rollring gelagert.
Von diesen Mühlentyp existiert nur noch eine in Sagard auf Rügen.

Ab dem 19. Jh. wurde die Naturkraft zunehmend durch andere Antriebe ergänzt. Es entwickelten sich die ersten Motormühlen. So entstand die erste Dampfmühle Deutschlands 1844 in Ludwiglust. Sie stellten zuerst keine Kongruenz für die Naturmühlen dar. Zu unzuverlässig war die neue Technik, zu teuer der Brennstoff. Statt dessen entstanden gerade zu dieser Zeit - 1868 Gewerbefreiheit in Mecklenburg, im preußischen Pommern etwas früher - fast alle, der heute noch stehenden Windmühlen. Diese waren denn Dank solcher Mühlenbauer wie Mühlenbauanstalt Hofwolt in Rostock oder Hübner in Stralsund sehr modern ausgestattet.  Neueste Entwicklungen im Maschinenbau  wie Getreidereiniger, Walzenstühle, Mischtonnen, Plansichter und Elevatoren hielten Einzug. Auch verbesserte Antriebe wie die  Wasserturbinen oder die  Ventikantenflügel von Bilau nutzten die Naturkräfte effektiver.

Die Technik entwickelte sich aber weiter. Mit dem Elektromotor konnten nun sehr große, vollautomatische arbeitende Mühlen gebaut werden. So entstanden schließlich u.a. die heute noch arbeitenden Großmühlen in Parchim und Jarmen.

Das läutete das Ende der kleinen Handwerksmühlen ein. Es verschwand der größte Teil der Wind- und Wassermühlen. Auf jede erhaltene Mühle kommen ca. 10 verschwundene Mühlen. Um die noch vorhandenen vorzustellen und damit zu retten, ist ein Anliegen meiner Seite. Wenn nur eine Mühle durch diese Hompage gerettet werden kann, hat sich alle Mühe gelohnt.

In dem Sinne mit dem Müllergruß
Glück zu

Ingo Arlt
Zwillingswindmühlen Neu Vorwerk

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